Vor den Toren Frankfurts soll im Herbst ein mehr als 1300 Quadratmeter großer Indoor-Golf-Standort von RUFF Golf eröffnen, kündigt der Unternehmer Thomas Gaggl an. Der Österreicher ist Franchisegeber des in Schweden entwickelten Indoor-Golf-Konzepts RUFF Golf für Deutschland, Österreich und die Schweiz. Bisher gibt es RUFF Golf in Deutschland erst einmal: in Scharbeutz an der Ostsee. Hinzu kommen nach Angaben auf der RUFF-Webseite bald Düsseldorf und der Großraum Frankfurt. Die neue Filiale im Rhein-Main-Gebiet wird laut Gaggl der bisher größte RUFF-Standort Europas.
Verhandlungen laufen: Mehrere Optionen für RUFF Golf
Geplant sei eine Kombination aus Indoor-Golf mit sechs TrackMan-Simulatoren, einem Indoor-Minigolf-Konzept mit 18 Bahnen sowie einem Gastronomie- und Eventbereich. „Es macht mich sehr stolz, dass wir einen großartigen Franchisepartner gefunden haben und gemeinsam bis zu acht Standorte in dieser Region planen“, schreibt Gaggl auf seiner LinkedIn-Seite. Wo genau RUFF Golf seine Filialen eröffnet, steht offenbar noch nicht fest. „Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es noch mehrere Optionen und laufende Verhandlungen“, heißt es dazu von Gaggl.
RUFF Golf wurde 2020 von den Schweden Alexander Bengtsson, Anders Sundin und Anders Olsson in Gävle, 170 Kilometer nördlich von Stockholm, gegründet. Der Erfolg der ersten Indoor-Golf-Lounge motivierte das Start-Up-Trio, weitere Standorte zu planen. Heute gibt es RUFF Golf in Schweden, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und eben in Deutschland. Die Zukunftspläne scheinen gewaltig: „Bald in jeder Stadt in Mitteleuropa“ schreibt RUFF Golf auf seiner Webseite. Die Rhein-Main-Region sieht das Unternehmen dabei als bedeutendes Expansionsgebiet.

Stellt sich die Frage: Ist die Nachfrage groß genug, um acht neue Indoor-Golf-Standorte im Rhein-Main-Gebiet wirtschaftlich betreiben zu können? Immerhin ist die Zahl der Angebote in den vergangenen Jahren bereits deutlich gestiegen. Neben kommerziellen Anbietern haben zahlreiche Golfclubs Indoor-Golf-Boxen errichtet, um Mitgliedern und – zum Teil auch – Gästen das Spielen in der kalten Jahreszeit zu ermöglichen. Viele Golferinnen und Golfer sind also bereits versorgt.
Flight-Chef Amberg: „Potenzial im Frankfurter Bankenviertel“
„Potenzial gäbe es vielleicht in Frankfurt direkt, zum Beispiel im Bankenviertel“, vermutet Bernd Amberg, Betreiber der Indoor-Golf-Halle Flight in Alzenau. „Das würde einen klaren Mehrwert in puncto Zeitersparnis bieten.“ Schnell mal aus dem Büro in der Mittagspause für eine Stunde in den Simulator, das hätte Charme – aber mutmaßlich auch seinen Preis. „Bei den Mieten in Innenstadtlage kostet eine Stunde Indoor-Golf dann nicht mehr 45 oder 49 Euro, sondern eher 69 Euro“, glaubt Amberg.
Oliver Schneider hat seine Indoor Golf & Lounge in Kronberg 2022 eröffnet. Der Unternehmer berichtet, dass er damals schon von den RUFF-Plänen in der Rhein-Main-Region gehört habe. Um seine Kunden sorge er sich deshalb aber nicht, sagt Schneider: „Indoor-Golf ist ein Saisongeschäft, das für sich allein genommen für die meisten Betreiber nicht auskömmlich ist.“ Schneider hat einen Handwerksbetrieb mit 20 Mitarbeitern. Die Indoor Golf & Lounge in Kronberg betreibt er aus Leidenschaft und Liebe zum Golf – nicht, um davon zu leben. „In Hamburg und Nürnberg gab es schon Versuche, mehrere Indoor-Golf-Standorte auf einmal zu etablieren, aber davon ist wenig übrig geblieben“, weiß Schneider.
Christopher Benz von The Golf Loft in Bensheim ist gespannt, welche konkreten Standorte RUFF Golf bald präsentieren wird. Er und sein Schwager Moritz hätten sich vor der Gründung ihres Unternehmens mit einem Franchisesystem aus Übersee auseinandergesetzt. „Wir haben uns aber dagegen entschieden“, so Schneider. „Wir sehen uns als Familienunternehmen und wollen Entscheidungsfreiheit haben.“