StartUS-Influencer über Golf absolute: „Platzdesign unter Drogen“

US-Influencer über Golf absolute: „Platzdesign unter Drogen“

Ein „Golf absolute“-Platz hat es auf den amerikanischen Instagram-Kanal „Design Disasters“ geschafft. Golfanlagenbetreiber Hermann Weiland beteuert: „Ich war nüchtern.“

Kritisiert von Design Disasters: Der Golfpark Karlsruhe in einem Luftbild
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Auf ihrem Instagram-Kanal „Design Disasters“ besprechen die beiden Amerikaner Joseph LaMagna und Brendan Porath regelmäßig besonders misslungene Golfbahnen beziehungsweise Golfplätze. Begonnen haben sie erst im vergangenen November, aber ihre Verrisse sind so beliebt, dass bereits fast 40.000 Menschen dem Duo dabei folgen. Die erste deutsche Golfanlage, die es nun getroffen hat, ist ein Design von Hermann Weiland, dem mit „Golf absolute“ (Golfpark Bachgrund, Kiawah Golfpark Riedstadt u.a.) größten Golfanlagenbetreiber Deutschlands. „Der Typ war auf Drogen“, kommentiert Journalist Porath beim Blick auf die Luftbilder des Golfpark Karlsruhe.

Design Disasters: „Die Hände sind lächerlich“

Die beiden Podcaster kommen aus dem Grinsen kaum heraus in ihrer gut zweiminütigen Platzrezension. Im digitalen Überflug entdecken sie Grünbunker in Form zweier Hände, eine Pyramide mitten im Fairway, ein Grün in Mondform flankiert von drei sternförmigen Bunkern. „Die Hände sind blöd und lächerlich“, sagt Porath und lacht auch dazu. „Wenn schon verrückt, dann richtig“, so sein Fazit. Am besten gefalle ihm das Mondgrün mit den Sternbunkern. „Design Disasters“ hat der Folge über den „Golf absolute“-Platz den Namen „If Homer Simpson designed a golf course“ gegeben.

Den durchgedrehten Familienvater aus der US-Comicserie kennt Hermann Weiland nicht. Aber über die plötzliche Aufmerksamkeit für seinen 2020 eröffneten Golfplatz freut sich der Unternehmer sehr. Mehr als 3500-mal wurde das Video mit „Gefällt mir“ markiert. 152 Kommentare sind fast Spitzenwert bei „Design Disasters“. Der Vermutung, dieser Platz müsse entweder in einem Fiebertraum oder unter Drogeneinfluss erdacht worden sein, widerspricht Weiland: „Ich war nüchtern.“ Die flapsigen Sprüche der beiden Golfplatzkritiker bringen ihn zum Schmunzeln.

Weiland: „Wichtige Teile des Platzes nicht besprochen“

Weiland bedauert indes, dass die beiden Influencer wichtige Teile des Platzes gar nicht besprochen hätten. So etwa die Märchenbahn, auf der im Abstand von je 50 Metern Hexenzeichen aufgestellt seien – gewidmet den Damen der städtischen Baubehörde, die im Entstehungsprozess drei Baustopps verhängt hätten. Die Golfanlage, Geschmack hin oder her, sei ein voller Erfolg und zähle inzwischen 1200 Mitglieder.

Viele der Kommentare zum vermeintlichen „Design Disasters“-Verriss sind positiv; einige User berichten davon, dass sie den Platz bereits gespielt und großen Spaß gehabt hätten. „Golf absolute“ selbst kommentiert: „Wir lieben unser Golf Disneyland auch.“ Manche Bemerkungen sind dagegen knallhart: „Als Deutscher schäme ich mich dafür“ oder „Als deutscher Golfprofessional würde ich sagen, das ist kein Golfplatz.“ Auch die deutsche Landschaftsarchitektin Angela Moser, die für den weltberühmten Designer Tom Doak arbeitet, meldet sich zu Wort: „Ich habe mich schon gewundert, warum ihr so lange gebraucht habt, um die deutschen Design-Desaster zu entdecken.“

Design Disasters
Das Video und die Kommentare zum Golfpark Karlsruhe, der zu „Golf absolute“ zählt. Screenshot: Instagram

Hermann Weiland sagt, er sehe das gelassen. Er könne die Kritik sogar verstehen. Allerdings habe er in Karlsruhe und im Kiawah Golfpark Riedstadt ein neues Genre erfunden: den Themengolfplatz. Und dieser entziehe sich den Maßstäben von Links- und Parkland-Plätzen. „In Karlsruhe und Riedstadt geht es darum, die Golferinnen und Golfer euphorisch zu stimmen und zu unterhalten“, betont Weiland. „Da steckt eine Menge Herzblut drin.“ Etwa 20 Nachrichten habe er auf das Video hin erhalten, allesamt voll des Lobes.

Und so kommen die beiden Amerikaner von „Design Disasters“ zu dem Schluss, dass dieses Desaster gar nicht so übel sei. „Ich glaube, ich liebe diesen Platz“, sagt Porath. Alexander Socher, Mitglied im Lufthansa Golfclub und dadurch oft auf „Golf absolute“-Anlagen unterwegs, hat den beiden Kritikern schon eine E-Mail geschickt, in der er auf Riedstadt aufmerksam macht. Socher ist sich sicher: „Wenn die Jungs Karlsruhe lieben, werden sie Kiawah vergöttern.“

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